Landleben: wöchentliche Kolumne

<h5>Brigittes Landleben</h5>

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„Galerie Alte Schule bzw. Einfrautheater“

( Rechtlicher Hinweis: Eine Nutzung dieses Textes, welcher Art auch immer, ist
ausschließlich nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages B. Koischwitz möglich.! )

 

© Brigitte Koischwitz

Unsere Welt ist eine Welt der Kürzel, manchmal wird gar nur noch in Kürzeln miteinander kommuniziert, wie beispielsweise bei Whatsapp: Akla (Alles klar?)  ALDI (Am liebsten dich) oder  bbb (bis bald Baby). Da reichen wenige Buchstaben und alles ist gesagt. So auch im normalen Leben: BSE, G20, KiTa oder SMS jeder weiß was gemeint ist! Manches davon haben wir überstanden und mit manchem haben wir gelernt, zu leben. Doch gerade jetzt fegt das Kürzel DSGVO wie eine Rakete durch die Computerwelt und lässt alle „Anwender“ buchstäblich erzittern. Kein Wunder wenn bei dieser neuen „Datenschutz Grundverordnung“, die ab 25. Mai  „über Nacht„ in allen europäischen Ländern zu beachten ist, allen vor Angst die Zähne klappern. Schließlich hat der europäische Gesetzgeber auch gleichzeitig die Datenaufsichtsbehörden dazu ermächtigt für Verstöße gegen diese Verordnung, Geldbußen in einer Höhe von bis zu 20 Millionen Euro festzusetzen. Bei Unternehmern alternativ Geldbußen bis zu 4 % des Weltjahresumsatzes und wenn kein Geld vorhanden ist, drohen dem Datensünder gar 3 Jahre „Knast“. Wer das als simpler Anwender hört, den haut es glatt vom Hocker. Da schreit alles in dir: „Finger weg vom Computer!“ Und die, die das schon immer gesagt haben, dass das mit dem Internet und überhaupt der ganze digitale Kram, eines Tages in sich zusammen bricht und überhaupt, früher war doch alles besser…., sind nun am jubilieren. Jubilieren darüber, dass sie diese elektronischen Sachen stets gemieden haben.  Doch jene werden sich noch wundern, denn dieser Datenschutz reduziert sich nicht nur auf das digitale Netzwerk wie Computer, Handy oder sonstige Gerätschaft, es gilt auch für das stinknormale Leben. Dies alles weiß ich, seit ich bei einem Vortrag einem sogenannten Datenschutzbeauftragten gelauscht habe. Bei den Möglichkeiten, die uns dieser Fachmann aufgelistet hat, kann es einem nur drastisch die Nackenhaare aufstellen. Datenschutzfallen lauern überall! Da reicht es schon wenn jemand, in dem Moment wo persönliche Daten anderer auf deinem Bildschirm erscheinen, Einblick darauf hat. Mit anderen Worten ein jeder Bildschirm muss von nun an mit Scheuklappen ausgerüstet werden, damit niemand von rechts und links einsehen kann. Beim Verlassen des Arbeitsplatzes am besten Computer aus, oder eine Jalousie anbringen, die bei Bedarf heruntergelassen werden kann. Hoppla, es kommt noch schlimmer. Wie schnell hat man auf einem Zettel Name, Telefonnummer und Adresse notiert und  anschließend den Zettel in den Papierkorb geworfen. In dem Moment hast du fremde Daten unwillkürlich für Andere, beispielsweise die Putzfrau, die den Papierkorb leert, ohne Einwilligung des Betroffenen, öffentlich gemacht. Was ich hier erzähle sind keine Phantasien einer überkandidelten Künstlerin, diese Beispiele sind harte Realität, was das „Neue Recht“ anbelangt. Es geht sogar so weit, dass man für sich selbst verlangen kann, beim Arzt nicht mehr mit dem Namen, sondern mit einer Nummer aufgerufen zu werden. Deshalb bitte nicht wundern, wenn die Sprechstundehilfe plötzlich nach Herrn „007“ oder „08/15“ Ausschau hält. Bei diesem Vortrag ist eine Menge an Information und Fallbeispielen auf mich niedergeprasselt. Kurzum ich fühlte mich völlig verwirrt. Doch hatte ich am Ende eines begriffen: diese neue EU-Verordnung treibt viele kleine Unternehmen in einen neuen bürokratischen Wust. Vereine werden dahin schmelzen wie Butter in der Sonne, denn da muss man schon ein dickes Fell haben, wenn man sich in der Position eines Ehrenamtes solchen Gefahren aussetzt. Denn die Krönung dieser neuen Umstände besteht ja darin, dass ein riesiges Heer sogenannter „Abmahnanwälte“ mit tropfenden Lefzen in den Startlöcher lauert, um verunsicherte Anwender in Angst und Schrecken zu jagen, um anschließend horrende Gelder zu kassieren.  Unter diesen Umständen werde ich von nun an sämtliche Informationen,  Adressen und  Telefonnummern im Kopf speichern und Nachrichten nur noch telepatisch auf den Weg bringen, so laufe ich keine Gefahr als Kriminelle zu enden, denn diese Speicherung ist laut DSGVO  noch gestattet. 

 

© Brigitte Koischwitz

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